Ordensgründer ist der hl. Dominikus de Guzman (*um 1173 in Caleruega/Kastilien, +6.8.1221 in Bologna). Zu Beginn des 13. Jahrhunderts begegnete er als Reisebegleiter seines Bischofs in Südfrankreich der Irrlehre der Albigenser und Waldenser. Entflammt von glühender Liebe zum göttlichen Erlöser und bewegt von tiefem Mitleid mit den durch mangelnde theologische Führung irregeleiteten Menschen, entschloss er sich zu einem Leben in enger Nachfolge Jesu als Wanderprediger in evangelischer Armut, Einfachheit und Demut. Durch ein intensives Studium, vor allem der Heiligen Schrift, und durch ein kontemplatives Gemeinschaftsleben im Domkapitel zu Osma war er gut darauf vorbereitet.
Dominikus erkannte, dass die Kirche theologisch und fachlich gut ausgebildete Prediger brauchte, die mit inniger Liebe zu Christus und glühendem Seeleneifer den Menschen die Wahrheit, die Frohe Botschaft von Gottes Barmherzigkeit verkündeten. Dazu gründete er den Orden der Prediger mit dem universalen Auftrag der Glaubenspredigt.
Sein Wille war es, dass jede Schwester, jeder Bruder, jede seiner Gemeinschaften eine "Praedicatio Jesu Christi" - eine lebendige Predigt Jesu Christi - seien. In allem, durch Wort und Beispiel, durch Lehre und Leben sollten sie Jesus Christus verkünden.
Im Jahre 1206 gründete der heilige Dominikus als erstes den beschaulichen Zweig des Predigerordens für Frauen im Kloster der hl. Maria von Prouilhe bei Toulouse, damit die Nonnen durch Gebet und Buße das Werk der "Heiligen Predigt" unterstützten. Der Funke sprang über. Bald breitete sich der Predigerorden über ganz Europa aus. 1267 entstand das Kloster in Frauenaurach, das Schwestern nach Heilig Grab entsandte.